Wahlen beim Unterhaltungsverband Untere Oste

6 Jan von Seidel

Wahlen beim Unterhaltungsverband Untere Oste

Unter strengen Corona­ Auflagen hielt der Unterhaltungs­verband Untere Oste, kurz UHV, seine mittlerweile 70.  Ausschusssitzung ab. Es galt einige wichtige Entschei­dungen zu treffen und einen neuen Vorstand zu wählen.


Der alte und neue Verbandsvorsteher Johann-Martin Hildebrandt (2.v.r.) zusam­men mit Thomas Lilkendey vom Landkreis Cuxhaven, seinem Stellvertreter Jürgen Dieckmann und Geschäftsführer Thorsten Ratzke (v.l.). Foto: Seidel

Zu Beginn der Versammlung blickte der Verbandsvorsteher Johann-Martin Hildebrandt auf das au­ßergewöhnliche Jahr 2020 zu­rück, wie er sagte. Trotz der er­schwerten Bedingungen durch die Corona-Pandemie hätten die Bauhofmitarbeiter, die Geschäfts­stelle und die Schöpfwerkswärter gute Arbeit geleistet. ,,Die Gewässerunterhaltung wurde ohne größere Probleme durchgeführt und es gab glücklicherweise keine extremen Hochwassersituationen. Obwohl im vergangenen Jahr die Beiträge gesenkt wurden, können wir einen ausgeglichenen Haushalt präsentieren. Das vom Vorstand beschlossene Bau- und Sanierungsprogramm für 2021 be­inhaltet die Sanierung der Mündungs-schöpfwerke in Nieder Ochtenhausen sowie eine Über­holung der Pumpen an der Gro­ßen Rönne in Hüll und am Basbe­cker Schleusenfleth. Ende Sep­tember wurde offiziell vom Bau­herren, dem Deichverband Keh­dingen-Oste, der Auftrag für den Neubau des Schöpfwerkes Burg­beckkanal übergeben. Auftrag­nehmer ist die Firma Hahn aus Hechthausen. Die Auftragssum­me beträgt etwa 5,6 Millionen Euro. Der UHV beteiligt sich an den Baukosten mit 115 000 Euro. Beim Schöpfwerksneubau Ostendorf im Zuge des Deichneubaus Ostendorf-Gräpel wurde das Planfeststellungsverfahren einge­leitet. Der Beschluss wird zum Ende dieses Jahres erwartet. Auch an diesem Schöpfwerksbau muss sich der UHV finanziell beteili­gen. Vorgesehen ist eine Summe von 25 000 Euro”, teilte Hilde­brandt mit. Auch 2020 sei ein re­lativ trockenes Jahr mit einem nassen Beginn im Januar und Fe­bruar gewesen. Im ersten Halb­jahr wurden rund 380 Millimeter Niederschlag gemessen, im zwei­ten Halbjahr waren es etwa 500 Millimeter.

Hebesatz unverändert

Im März des vergangenen Jahres wurde der Ausschuss des UHV neu gewählt. Die 24 Ausschussmitglieder kamen jetzt zu ihrer konstituierenden Sitzung zusam­men. Sie setzten den Beitragssatz auf 30 Euro/Hektar für land- und forstwirtschaftliche Flächen so­wie 31,50 Euro/Hektar für nicht­ landwirtschaftliche Flächen fest. Außerdem mussten sie den Haus­halt mit einem Volumen von 4,5 Millionen Euro beschließen und einen neuen Vorstand wählen. Alle Entscheidungen fielen ein­stimmig, genauso wie die Wahlen. Dabei stellten sich der Verbandsvorsteher Johann-Martin Hildebrandt ge­nauso wie sein Stellvertreter Jür­gen Dieckmann zur Wiederwahl. Weiterhin gehören dem Vorstand Jobst von See, Andreas Brandt, Rudi Willmann und Christian Börger an. Auch sie stellten sich zur Wiederwahl. Für den aus­scheidenden Johannes Granz rückt Jens Richters aus Kranenburg in den Vorstand nach. Als Vertreter der Stadt  Bremervörde ist Stefan Detjen künftig dabei.

Geschäftsführer Thorsten Ratz­ke gratulierte allen Gewählten zu ihren Ämtern und merkte an, dass es in der heutigen Zeit keineswegs selbstverständlich sei, sich ehren­amtlich zu engagieren.

Nutriafänge nehmen zu

Ratzke teilte mit, dass der UHV aktuell für 19 von 32 Wasser- und Boden-verbände die Beitragshe­bung und in 14 Fällen auch die Kassen- beziehungsweise die ge­samte Geschäftsführung durch­führe. Neu hinzugekommen sind 2020 der Schleusenverband Hüll sowie die Wasser- und Bodenver­bände Horsterbeck und  Bossel. „Aktuell sind 138 Schöpfwerke in die Fernüberwachung eingebun­den. Mittlerweile müssen nur noch in 18 Schöpfwerken die Pumpen von Hand geschmiert werden. Im Rahmen der Ersatzbe­schaffung wurden ein Bagger, zwei Traktoren mit Mähausleger, zwei Mähkörbe sowie ein Gelän­dewagen angeschafft.  Die  Zahl der Bisamfänge ist weiterhin rückläufig. Im Jahr 2020 waren es 3005 Tiere, gegenüber 3933 in 2019 und 5517 in 2018. Dafür ver­doppeln sich die Fangzahlen bei den Nutrias fast jährlich. Im Jahr 2020 wurden  290 Tiere gefangen, gegenüber 107  in  2019 und 81 in 2018.”

Sein Dank ging an die Land­kreise Stade und Rotenburg, die die Jägerschaft bei der Anschaf­fung von Fallen finanziell unterstützten. Da der Landkreis Cux­haven dies aus finanziellen Grün­ den nicht konnte, wurden vom UHV beziehungsweise vom Oste­deichverband angeschaffte Fallen an die hiesigen Hegeringe abgege­ben, teilte Ratzke mit.

Die Themen Moorschutz/Ar­tenschutz bei der Gewässerunter­haltung rückten immer stärker in den Fokus. Hierzu gab es im zu­rückliegenden Jahr 2020 viele Veranstaltungen und Vorträge. Alle sind sich einig, dass dieses wichtige Thema nicht nur zu ein­seitigen Belastungen der Unterhalter beziehungsweise der Be­wirtschafter führen darf und dass ein finanzieller Ausgleich geschaffen werden muss, so sein Fazit.

Text: Thomas Schult